Als ich begann, für das Buch »Die Öko-Challenge« von Komplett-Media zu recherchieren, war ich erst mal von vielen Fakten echt betroffen. Klar, wir wissen alle, dass wir zu viel Müll produzieren oder zu viel Plastikabfall anfällt oder dass wir mehr Bio kaufen sollten. Aber mir war nicht klar, was das in Zahlen ausgedrückt eigentlich konkret für jeden Einzelnen bedeutet.

 

Das Thema PLASTIK: 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher pro Jahr in Deutschland. Pro Stunde sind das 320.000 Stück!! Das ist Wahnsinn! Okay, dachte ich mir, das ist leicht vermeidbar, einfach keinen Kaffee im Wegwerfbecher kaufen. Aber wie sieht es sonst beim wöchentlichen Einkauf aus? Wenn man ganz bewusst darauf achtet, wird einem schnell klar, dass es gar nicht so einfach ist, auf Plastik zu verzichten. Ja, die Tüte bleibt zwar schön an der Kasse liegen, aber schon in der Obst- und Gemüseabteilung wird es tricky. Fast alle Produkte sind in Plastikfolie eingeschweißt, Tomaten in der Plastikhartschale und dann noch mal mit Plastik umwickelt. Obst schön praktisch portionsweise ebenfalls in einer Plastikschale. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Ich versuche inzwischen, wenn möglich, loses Obst und Gemüse einzukaufen. Und falls es gar nicht anders geht, dann zu Hause auf jeden Fall das ganze Plastikzeugs in die gelbe Tonne zu entsorgen. Seit der Öko-Challenge gibt es in unserem Haushalt keine Plastikwasserflaschen oder Säfte aus dem Tetrapak mehr. Ein Wassersprudler musste her. Wir sind restlos begeistert und immer auf der Suche nach neuen Sirup-Varianten. Auch die Kinder lieben das und wollen nichts anderes mehr!

 

Das Thema MÜLL: 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verderben pro Jahr auf der Welt!! Ich gebe zu, auch mir verdirbt das eine oder andere im Kühlschrank. Und es tut einem schon jedes Mal weh, wenn das dann in die Tonne wandert. Ich achte nun noch mehr darauf, wirklich nur das einzukaufen, was ich für die Woche brauche und schaue auch vor dem Einkauf noch schnell in den Kühlschrank, ob da nicht doch noch irgendwo was schlummert, was man verwerten sollte.

 

Das Thema ERNÄHRUNG: Nicht nur die weltweiten, auch die deutschlandweiten Zahlen zur Fleischproduktion oder zum Fleischkosum erschrecken. Die gängige Mentalität, immer noch billigeres Fleisch einzukaufen, muss sich ändern! Das Schnitzel für 1 Euro kann sicher nicht aus artgerechter Tierhaltung stammen. Oder all die Importzahlen zu Obst und Gemüse. Muss es echt der Apfel aus Neuseeland sein oder die Trauben aus Argentinien? Ich finde es beim Thema Ernährung eigentlich am einfachsten, auf Nachhaltigkeit zu achten. Es kommt einfach nur das in den Einkaufswagen, was gerade Saison hat. Das muss jetzt nicht immer vom Bauern um die Ecke sein, und auch muss es nicht immer Bio sein – aber wenn ich mir den CO2-Ausstoß von Obst und Gemüse aus Übersee ansehe, fällt die Entscheidung ganz leicht, eben auf die Erdbeeren im Winter zu verzichten. Außerdem finde ich es wichtig, wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, was denn eigentlich gerade Saison hat. Und die Freude auf die ersten Erdbeeren ist dann umso größer, wenn ich sie nicht das ganze Jahr konsumiere. Sogar meine Kinder sind inzwischen sensibilisiert. Mein Sohn meinte neulich in der Gemüseabteilung: Mama, diese Tomaten hier aus Bayern – das sind doch jetzt die »Guten«, oder?

 

Und natürlich das Thema Bio-Siegel … Hier blickt man ja eigentlich überhaupt nicht mehr durch, welches Siegel was bedeutet. Ist in Bio auch wirklich Bio drin? Was hat es mit den Discounter-Bio-Siegeln auf sich? Darf ich Thunfisch überhaupt noch essen? Die Antworten darauf und auf viele weitere Fragen sowie einen hilfreichen Überblick über die gängigsten Bio-, Fairtrade-, Umwelt- und Fischsiegel findet Ihr in der Öko-Challenge. Jetzt muss ich nicht mehr ewig vorm Regal mit den Fischkonserven stehen – jetzt kenn’ ich mich da prima aus!

 

Die Themen WASSER und ENERGIE haben mich ebenfalls schwer beeindruckt, als ich da in die Tiefe ging. Mein Kühlschrank ist inzwischen perfekt abgetaut (und die Tür schließt auch wieder). Meine Steckdosenleisten haben Ein-/Aus-Schalter, die brav jeden Abend ausgeschaltet werden. Der Stromverbrauch all der Geräte im Stand-by hat mich schnell überzeugt. Ich heize außerdem viel bewusster, und wir besitzen nun einen Wassersparduschkopf, der den Wasserverbrauch um mehr als die Hälfte reduziert.

 

Das Thema KONSUM: Ja, die ersten Wocheneinkäufe im Supermarkt dauerten »etwas« länger. Bewaffnet mit meinem Handy und diversen Apps habe ich mir die Mühe gemacht, fast jedes Produkt einzuscannen und nach seinen Inhaltsstoffen zu prüfen. Da gab es durchaus die ein oder andere Überraschung. Vor allem bei den Drogerieartikeln. Also, dass Palmöl in so vielen Produkten zu finden war, die in meinem Bad stehen, hätte ich nicht gedacht. Es dauerte eine Weile, aber Alternativen sind nicht schwer zu finden. Außerdem hat es einen riesen Spaß gemacht.

 

Ihr findet in der Öko-Challenge auch eine Reihe an kleinen Rezepten für ökologische Reinigungsmittel. Waschen mit Zitronensäure? Fenster reinigen mit Essig? Funktioniert alles ganz wunderbar – und im Schrank mit den Reinigungsmitteln ist nun deutlich mehr Platz!

 

Im Buch gibt es neben der hier angesprochenen Tipps noch viele weitere Vorschläge, die wirklich leicht umzusetzen sind.

 

Mein persönliches Fazit nach der Arbeit an diesem wunderbaren Buch: Es ist echt kein Hexenwerk und auch gar nicht umständlich oder teuer, seinen kleinen Umweltbeitrag zu leisten! Am meisten freut es mich, wenn meine Kinder offensichtlich bereits ein Bewusstsein für unsere Umwelt entwickelt haben. Mein kleiner Sohn hebt wirklich jedes Papierchen auf dem Weg in den Kindergarten auf und ist ganz entrüstet: »Mama, das darf man doch nicht, ge!?« Der große Bruder macht sogar sein Licht im Kinderzimmer aus, und während des Zähneputzens wird nicht mehr das Wasser laufen gelassen.

 

Wir haben in unserem Alltag viele Kleinigkeiten verändert, die zu mehr Nachhaltigkeit und vor allem zu einem größeren Bewusstsein für die Ressourcen unserer Erde geführt haben. Wir haben schließlich nur eine!